Werden Gebrauchtwagen bald nur noch online verkauft?

Sonntag, April 12th, 2015. | Kategorie: Allgemein.
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Beim Handel mit Occasionen ist es auch heute noch üblich, den Verkaufer mit Bargeld dazu zu bringen, den Preis nach unten zu korrigieren. Wer ein Bündel mit Geldscheinen sieht, wirft seine betriebswirtschaftlichen Grundsätze leicht über Bord und lässt sich auf ein Geschäft ein, das nicht unbedingt zum eigenen Vorteil ist.

Wer Gebrauchtwagen online verkauft, vermeidet dieses Risiko: Die Fahrzeuge werden in Form von Fotos im Internet präsentiert und können dort ausgiebig begutachtet werden. Zwar wird die Testfahrt nach wie vor auf dem Gelände des Händlers durchgeführt – bezahlt wird der Gebrauchtwagen jedoch online. Dies geschieht im Normalfall per Banküberweisung oder Kreditkartentransfer.

Es ist durchaus möglich, dass sich diese Art des Wagenverkaufs durchsetzen und den klassischen Autohandel verdrängend wird. Schon heute verkaufen etliche Händler ihre Gebrauchtwagen online, um sich den veränderten Marktbedingungen anzupassen. Inzwischen nutzen fast 40 Prozent aller Netzuser mobile Geräte, um nach Angeboten zu suchen – dies schliesst auch Occasionen ein.

Fakt ist: Im Bereich der unter 40-Jährigen gibt es heute kaum noch jemanden, der sich nicht im Internet über die Angebotssituation informiert. Auch in der Altersgruppe der 40- bis 60-Jährigen nimmt die Zahl derer, die im Netz auf Schnäppchenjagd gehen, von Jahr zu Jahr zu. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass sich diese Entwicklung fortsetzen wird.

EU: Bargeldverbot ab 2018?

Unbestätigten Gerüchten zufolge soll die Europäische Union planen, die Verwendung von Bargeld bis zum Jahr 2018 zu verbieten. Schon laufen Bürgerrechtler, Internetaktivisten und andere Gruppen gegen das Vorhaben Sturm. Sollte sich die Bürokratie durchsetzen und das Verbot tatsächlich wie geplant eingeführt werden, würde sich dies auch auf den Handel mit Gebrauchtwagen auswirken – zumindest innerhalb der EU.

Dass es auch in der Schweiz zu einem Bargeldverbot kommen wird, erscheint momentan eher unwahrscheinlich. Zu intensiv ist die emotionale Bindung der Bürger an den Franken, der in wirtschaftlich turbulenten Zeiten ein Garant für Stabilität und Wohlstand ist. Gleichwohl gibt es auch hierzulande Kräfte, die es gerne sähen, wenn zumindest teure Artikel wie gebrauchte Autos nur noch online verkauft würden. Derartige Regelungen gibt es schon heute – wenn auch nicht in der Schweiz, sondern beim Nachbarn Frankreich: Die dortige Regierung hat kürzlich ein Barzahlungsverbot für Beträge über 1000 Euro erlassen.

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